Vatertags
tour Rothenburg o. T. - Würzburg 2022

 


Rothenburg ist immer eine Reise wert und so schwang ich mich am 25. Mai aufs Fahrrad, um zunächst nach Rothenburg o.T. und anschließend durch das schöne Taubertal und ein Stück des Maintals bis nach Würzburg zu radeln. Die Vorplanung der Strecke hatte ich wie immer mit Hilfe des Tourenplaners von Komoot gemacht.
Der
Streckenverlauf kann durch entsprechendes Anklicken angesehen werden. Die Tour hatte eine Länge von 248 km.

1. Tag: Anreise Crailsheim und Fahrt nach Rothenburg 36 km   

Die Anreise mit der Deutschen Bahn war eine ziemliche Katastrophe. Während die Fahrt von Göppingen bis Stuttgart ausnahmsweise mal glatt ging, blieb der Zug auf der Strecke nach Crailsheim auf dem Bahnhof Winnenden eine Stunde lang stehen. Grund war eine Störung des Stellwerks in Backnang. Die marode Infrastruktur der DB lässt grüßen. Inzwischen schaffen es schon kleine Vögel, den Stuttgarter Hauptbahnhof tagelang stillzulegen, weil die überalterte Elektrik im dortigen Stellwerk keinen Überspannungsschutz hat! Nachdem ich schon kurz überlegt hatte, die Fahrradtour in Winnenden zu starten, setze sich der Zug sich endlich wieder in Bewegung und so konnte ich gegen Mittag dann in Crailsheim losradeln.
Die Strecke ist recht unspektakulär. Zufällig kam ich diesmal aber an der Tauberquelle vorbei, die ein recht unscheinbares Quellchen ist und eingefasst wurde.
Unterwegs fand sich dann direkt am am Radweg bei Diebach eine nette Bademöglichkeit. Man hat dort einen vermutlich ehemaligen Natursee eingefasst, den Boden betoniert und eine Liegewiese angelegt. Der Betonboden war zwar etwas glitschig und rutschig, aber man konnte ja jederzeit in Schwimmbewegungen übergehen. Obwohl es angenehm warm war, war ich dort ganz alleine und bin dann einfach ohne Badehose in den See gesprungen.

                         Tauberquelle

Am Nachmittag rollte ich dann durch das imposante Spitaltor in Rothenburg ein und nahm Quartier im dortigen Hotel Gerberhaus.
Das Hotel kann man nur empfehlen. Die Balken in den Zimmern sind echt, das Frühstück war super und der Hotelgarten liegt direkt, nur durch ein kleines Gässchen getrennt, an der Stadtmauer. Nach dem erforderlichen Frischmachen war zunächst ein Rundgang über den größten Teil der Stadtmauer angesagt. Immer wieder schön. Man sieht von dort auch viele schöne Häuschen mit gemütlichen Gärtchen.

 

Zum Abendessen ging es dann in den Gasthof Butz, der bei meinen diversen Besuchen Rothenburgs schon zu einer Art Stammlokal geworden ist. Ich sage nur immer „Leben und Essen wie Gott in Franken".

Ein anschließender Spaziergang durch das abendliche
Rothenburg hat auch immer etwas, insbesondere auch durch den dortigen Burggarten, von dem aus man einen prächtigen Blick in das tief eingeschnittene Taubertal aber auch auf große Teile der Stadtbefestigung der Stadt hat.
 

                                                                                                                                        
                                                                                                                                                   Spitaltor
                            Rothenburg                                                                                                                                                                                                      

 

2. Tag: Rothenburg - Tauberbischofsheim 76 km

Nachdem bereits erwähnten ausgezeichneten Frühstück und einem netten Schwatz mit der Wirtin ging es dann flott den Berg hinunter ins Taubertal.
Tja und dann stellte ich fest, dass sie den Hotelschlüssel noch in der
Hosentasche hatte. Gott sei Dank fahre ich inzwischen EBike, sodass der Wiederanstieg auf den Berg zurück in die Stadt verkraftbar war. Andernfalls hätte ich schon sehr geflucht!  

Kurz darauf lag am Wegesrand eine sehr schöne Mühle, die natürlich unbedingt fotografiert werden musste.
Man fährt auf dem Taubertalradweg durch einige nette kleinere fränkische Örtchen häufig den Fluss entlang. Der nächste Stopp wurde dann am Schloss Weikersheim gemacht.
Weiter ging es nach Tauberbischofsheim. Einige Kilometer vorher versuchte ich dann über Booking.com eine Übernachtungsmöglichkeit in Tauberbischofsheim zu finden und musste feststellen, dass der Ort ziemlich ausgebucht war. Bekanntlich buche ich meine Hotels nie vor, weil ich mich bezüglich der Länge und Dauer meiner Tagestouren nie festlege. Schlussendlich fand sich dann ein schönes und preiswertes Zimmer in der Pension Resi Stein. Die neue vermutlich vietnamesische Inhaberin hat ein altes Hotel und Lokal sehr geschmackvoll und modern auf Vordermann gebracht.

                            Langenmühle

 

                                                                                                                                          Schloss Weikersheim

Vor dem Abendessen gab es noch einen kleinen Bummel durch die Stadt, die auch die eine oder andere schöne Ecke hat.

                                                                                                                                                                                                                                                                       Tauberbischofsheim

 
 

3. Tag: Tauberbischofsheim -Marktheidenfeld 56 km

Weiter ging es am nächsten Tag und zwar zunächst zum Kloster Bronnbach. Wie viele ehemaligen Klöster liegt es recht idyllisch in der Landschaft. Die Zisterzienser wussten schon, wo man schön bauen kann. Allerdings bröckelt der Putz überall von den Wänden. Die Anlage gehört dringend renoviert!
                                                                                                                                                                                                                                                


Wenige Kilometer später kam ich in Wertheim an der Mündung der Tauber in den Main an. An der Mündung wurde dann das obligatorische "Siegerfoto" gemacht und weiter ging es nun am schönen Main entlan
g Richtung Würzburg. An diesem Tag erwischte es mich dann doch einmal und heftig und ich hatte nur Glück, dass ich bei Beginn des Sturzregens zufälligerweise an einem überdachten                     Kloster Bronnbach
Abstellplatz vorbeifuhr, der mir Schutz bot.

Allmählich wurde es wieder Zeit für die Quartiersuche. Das habe ich während einer gemütlichen Kaffeepause direkt am Main In Marktheidenfeld versucht und es wurde ziemlich eng. Langes Vatertagwochenende halt. Im Hotel zur schönen Aussicht mit Blick direkt aufs Mainufer fand sich dann doch noch ein sehr edles Zimmer mit einem auch etwas edleren Preis, der aber durchaus angemessen war. Ein Gast hatte kurzfristig abgesagt  :-). Anschließend ging es runter ans Mainufer und auf einer der dortigen Liegebänke genoss ich den Sonnenuntergang. Den Abend rundete dann noch ein leckeres fränkisches Essen in einem Biergarten ab.
Radler, was willst Du mehr?

 

4. Tag: Marktheidenfeld - Retzbach 63 km

An diesem Tag passierte ich zunächst Lohr, ein sehr hübsches Fachwerkstädtchen und machte dann in Gmünden eine Mittagspause mit einem Snack und einem Eis aus der Eisdiele. Auch Karlstadt ist mit seiner Stadtmauer sehr schön anzusehen, sodass dort ein Kaffeepäuschen eingelegt wurde. Gegen Abend war dann wieder Zeit, ein Quartier zu suchen. Dummerweise lag kein größeres Städtchen in der Nähe.  Doch schließlich fand sich in Retzbach im dortigen Gasthof Vogelsang eine Bleibe. Abendessen gab es dann auf der anderen Flussseite in einem netten Biergarten eines Musikvereins o.ä. am Main in Zellingen. Mit der Wirtin gab es am nächsten Morgen noch eine kleine Diskussion, da ich einen niedrigeren Preis in Erinnerung hatte, als sie abrechnen wollte....
 

5. Tag: Retzbach - Würzburg  17 km

Die Weiterfahrt nach Würzburg war nur noch ein Klacks. Im Netz hatte ich den Dortmunder Hof als Übernachtungsquartier ausgesucht und checkte dort ein. Auch dieses Hotel kann man durchaus empfehlen. Es ist eher einfach, dennoch peppig eingerichtet, das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt und es liegt mitten in der Innenstadt. Ohne das schwere Gepäck radelte es sich anschließend ausgesprochen entspannt hoch zur Festung Marienberg. Die Festung kenne zwar auch schon quasi von Kindesbeinen an, aber als alter Burgenfan ist sie jedes mal ein Muss.  
 

Abends wurde dann in der Altstadt ein letztes, gemütliches fränkisches Lokal ausgesucht und am nächsten Morgen ging es dann zum Hauptbahnhof, in den Zug und nach Hause.

 

 


                                                                                                                                                                                                                Festung Marienberg Scherenbergtor

 

Tja und das war sie dann, meine diesjährige kurze Vatertagstour durch Franken.

 


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